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Cloud Security Audit Checkliste für Schweizer Unternehmen

Die Prüfpunkte, mit denen Sie Fehlkonfigurationen in Azure, AWS und Microsoft 365 finden, bevor ein Angreifer sie findet. Mit CIS-Benchmarks, den fünf häufigsten Lücken und den Schweizer Compliance-Vorgaben.

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Red Team Partners
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8. Februar 2026
Ein Administrator prüft in einem Schweizer Rechenzentrum die Cloud-Konfiguration seiner Azure- und AWS-Umgebung.

01 Warum die Cloud Sie zuerst trifft

Die Annahme, der Cloud-Anbieter kümmere sich um die Sicherheit, ist der teuerste Irrtum in der Schweizer IT. Das Shared-Responsibility-Modell teilt die Verantwortung klar auf: Der Anbieter schützt Rechenzentrum und Plattform, Sie schützen die Konfiguration, die Zugriffe und die Daten. Wer diese Grenze übersieht, lässt genau die Tür offen, durch die Angreifer heute am häufigsten kommen.

Über 78 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen mindestens einen Cloud-Dienst, viele fahren Multi-Cloud mit Azure, AWS und Microsoft 365. Mit jeder Migration steigt die Angriffsfläche. Laut dem Verizon DBIR 2025 sind Webanwendungen und Cloud-Dienste inzwischen der häufigste Vektor für Datenpannen, noch vor Phishing und kompromittierten Endgeräten. In 68 Prozent der Fälle war menschliches Versagen die Ursache, meist eine Fehlkonfiguration oder ein zu weit gefasster Zugriff Verizon DBIR 2025 .

Die Rechnung dahinter ist eindeutig. Eine cloud-basierte Datenpanne kostet laut IBM im Schnitt USD 4,88 Millionen, rund 13 Prozent mehr als ein Vorfall in einer On-Premises-Umgebung, und bleibt im Schnitt 258 Tage unentdeckt IBM 2025 . In diesen 258 Tagen liest jemand mit. Für Schweizer Betriebe liegt der Schaden wegen höherer Lohn- und Regulierungskosten noch darüber.

82 % der Cloud-Datenpannen betreffen kundenseitige Daten oder Fehlkonfigurationen (Thales, 2025)
USD 4,88 Mio. Durchschnittliche Kosten einer cloud-basierten Datenpanne (IBM, 2025)
258 Tage bis eine Cloud-Datenpanne erkannt und eingedämmt ist (IBM, 2025)
45 % der Unternehmen hatten in 12 Monaten einen Cloud-Vorfall (Thales, 2025)

02 CIS-Benchmarks als Prüfrahmen

Damit ein Audit nicht zur Meinungssache wird, brauchen Sie einen Massstab. Wir prüfen gegen die CIS-Benchmarks des Center for Internet Security. Das sind konsensbasierte Konfigurationsrichtlinien, die eine globale Community aus Sicherheitsexperten pflegt und regelmässig aktualisiert. Sie gelten als internationaler De-facto-Standard für die Härtung von Cloud-Umgebungen und geben Ihnen ein Scoring, das automatisiert und manuell überprüfbar ist CIS 2025 .

Für Schweizer Unternehmen sind drei Benchmarks relevant. Sie decken die Plattformen ab, die hier am häufigsten laufen.

Benchmark Umfang Abgedeckte Dienste
CIS Microsoft Azure Foundations v3.0 170+ Prüfpunkte Azure-Abonnements, Entra ID, Netzwerk, Storage
CIS Amazon Web Services Foundations v4.0 60+ Prüfpunkte AWS-Konten, IAM, CloudTrail, S3, VPC
CIS Microsoft 365 Foundations v4.0 120+ Prüfpunkte Exchange Online, SharePoint, Teams, Entra ID

03 Die Checkliste: Azure, AWS, M365

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Prüfpunkte zusammen, aufgeteilt nach Plattform. Ein Häkchen bedeutet, dass die Kontrolle für diese Plattform gilt. Arbeiten Sie die Liste ab, und Sie schliessen die Lücken, die in unseren Assessments am häufigsten auftauchen. Ein vollständiges Audit umfasst je nach Plattform 150 bis 300 einzelne Kontrollpunkte, dies sind die tragenden.

PrüfpunktAzureAWSM365
Identität und Zugriff
MFA für alle Administratoren erzwungen
MFA für alle Benutzer aktiviert
Conditional Access Policies konfiguriert
Root-/Global-Admin-Konto gesichert und selten genutzt
Privileged Identity Management (PIM), Just-in-Time-Zugriff
Inaktive und verwaiste Konten entfernt
Service-Principals und IAM-Rollen nach Least Privilege
Netzwerk und Infrastruktur
Netzwerksegmentierung (VNet/VPC) implementiert
Security Groups restriktiv konfiguriert
Keine öffentlichen Management-Ports (RDP/SSH)
Web Application Firewall für öffentliche Anwendungen
DDoS-Schutz aktiviert
Datensicherheit
Verschlüsselung at Rest mit kundenverwalteten Schlüsseln
Verschlüsselung in Transit (TLS 1.2+) erzwungen
Storage-Konten und S3-Buckets nicht öffentlich
Data Loss Prevention Policies aktiv
Sensitivity Labels konfiguriert
Logging und Monitoring
Audit Logging aktiviert und zentralisiert
CloudTrail, Activity Log, Unified Audit Log aktiviert
Alerting für sicherheitsrelevante Ereignisse
Log-Aufbewahrung mindestens 90 Tage
Defender for Cloud, Security Hub, Secure Score aktiviert
E-Mail und Collaboration
SPF, DKIM und DMARC korrekt konfiguriert
Anti-Phishing-Policies in Defender for Office 365
Safe Attachments und Safe Links aktiviert
Externe Freigaben in SharePoint und OneDrive begrenzt
Teams-Gastzugriff kontrolliert und eingeschränkt

04 Die fünf teuersten Lücken

Aus mehr als hundert Cloud Security Audits für Schweizer Unternehmen kennen wir die Lücken, die in fast jeder Umgebung auftauchen. Diese fünf finden wir am häufigsten, und jede einzelne reicht als Einstiegspunkt.

1. Überprivilegierte Identitäten

Zu viele Konten mit Global-Admin- oder Root-Rechten. Microsoft empfiehlt maximal zwei bis vier Global Admins pro Tenant. Wir sehen regelmässig 15 und mehr. Jedes dieser Konten ist ein potenzieller Einstiegspunkt. Die Antwort heisst Privileged Identity Management mit zeitlich begrenztem, just-in-time gewährtem Zugriff.

2. Öffentlich erreichbarer Storage

Offene S3-Buckets und Azure Blob Storage ohne Zugriffsschutz gehören nach wie vor zu den häufigsten Ursachen für Datenlecks. AWS hat die Standardeinstellungen verschärft, doch bei älteren Konten oder manuell geänderten Konfigurationen bleibt das Risiko. Prüfen Sie: Block Public Access muss auf Konto- und Bucket-Ebene aktiv sein.

3. Lückenhaftes Logging

Ohne vollständige Audit-Logs ist keine Vorfallsanalyse möglich. Oft ist AWS CloudTrail nur für Management Events aktiv, nicht für Data Events. In Azure fehlt die Weiterleitung der Activity Logs an ein zentrales SIEM. Und in Microsoft 365 ist das Unified Audit Log häufig standardmässig deaktiviert.

4. Schwache E-Mail-Authentifizierung

Viele M365-Tenants haben keinen oder einen fehlerhaften DMARC-Record. Ohne DMARC mit reject-Policy versenden Angreifer E-Mails im Namen Ihres Unternehmens. Das ist der ideale Ausgangspunkt für Phishing und Business Email Compromise.

5. Fehlende Netzwerksegmentierung

Flache Cloud-Architekturen erlauben Angreifern nach dem ersten Zugriff die laterale Bewegung durch die ganze Umgebung. Virtuelle Netzwerke, Subnetze und Network Security Groups gehören nach dem Least-Privilege-Prinzip konfiguriert, sonst wird aus einem einzelnen Fehler ein Vollzugriff.

05 Compliance, Prozess und Fahrplan

Neben der Technik entscheidet die Regulierung, wie tief Ihr Audit gehen muss. Schweizer Unternehmen tragen drei Ebenen von Anforderungen, und jede verlangt einen anderen Nachweis.

RegelwerkGilt fürWas es verlangt
nDSG (seit 1.9.2023)Alle Betriebe mit PersonendatenAngemessene technische und organisatorische Massnahmen, sichere Auslandübermittlung
FINMA-Rundschreiben 2023/1Beaufsichtigte FinanzinstituteMeldung von Cloud-Auslagerungen, Ausstiegsstrategie, Prüfrechte, Datenstandort
Branchenrecht (EPDG, ISG)Gesundheit, kritische InfrastrukturZusätzliche Vorgaben zu Datenhaltung und Schutz kritischer Systeme

Die Nutzung der Schweizer Cloud-Regionen von Azure (Switzerland North und West) und AWS (Zürich, eu-central-2) erleichtert die nDSG-Konformität, ersetzt aber weder die Datenschutz-Folgenabschätzung noch das technische Audit. Das BACS empfiehlt Schweizer Unternehmen ausdrücklich die regelmässige Prüfung der Cloud-Konfiguration anhand internationaler Standards wie der CIS-Benchmarks, mit besonderem Gewicht auf MFA, Logging und minimaler Rechtevergabe BACS 2024 .

Ein Audit ist kein einmaliges Projekt, sondern der Startpunkt. Cloud-Umgebungen ändern sich schnell: neue Dienste, neue Berechtigungen, angepasste Konfigurationen. Innerhalb weniger Wochen entstehen neue Lücken. Genau hier setzt RTP Robin an. Das Dashboard wiederholt den geprüften Angriff, sobald sich Ihre Cloud-Konfiguration verändert, und ein Mensch validiert jeden Befund, bevor er Sie erreicht. So kauft ein Audit ein Jahr laufender Nachprüfung statt einer Momentaufnahme.

Fahrplan zum Cloud-Audit
  • Scoping: alle Tenants, Abonnements und Konten erfassen und den Prüfrahmen festlegen (CIS Level 1 oder 2).
  • Automatisierter Scan: Secure Score, Security Hub und CSPM-Werkzeuge liefern die erste Bestandsaufnahme.
  • Manuelle Prüfung: Architektur, Zugriffe, Netzwerkdesign und Compliance durch zertifizierte Operatoren.
  • Risikobewertung: jeden Befund nach Schweregrad einstufen und nach Aufwand und Wirkung priorisieren.
  • Umsetzen und quartalsweise nachprüfen: kritische Kontrollen laufend validieren, nach jeder grösseren Änderung neu testen.

Wie sicher ist Ihre Cloud-Umgebung wirklich? Ein kostenloses Erst-Audit von Red Team Partners liefert Ihnen die offenen Lücken in Azure, AWS und M365, den wahrscheinlichsten Weg hinein und eine priorisierte Fix-Liste, geschrieben für Ihre Technik und Ihren Vorstand. Enterprise-grade. Nicht enterprise-priced.

References

Sources

  1. IBM Security. Cost of a Data Breach Report 2025. IBM Corporation, 2025. ibm.com
  2. Thales. 2025 Cloud Security Study. Thales Group, 2025. cpl.thalesgroup.com
  3. Verizon. 2025 Data Breach Investigations Report (DBIR). Verizon Business, 2025. verizon.com
  4. Center for Internet Security. CIS Benchmarks für Azure, AWS und Microsoft 365. CIS, 2025. cisecurity.org
  5. Bundesamt für Cybersicherheit (BACS). Empfehlungen zur Cloud-Sicherheit. BACS, 2024. ncsc.admin.ch
  6. FINMA. Rundschreiben 2023/1 Operationelle Risiken und Resilienz. FINMA, 2023. finma.ch